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Im Rahmfffen der Fridays for Future-Veranstaltungen gab es im Vorfeld der Europa- und Kommunalwahlen auf dem Zittauer Markt eine Veranstaltung, auf der verschiedene Akteure, die Veränderungen wollen und Kandidaten direkt befragt werden konnten.

Zunächst konnten die Besucher auf einer Tafel ihre Wünsche für die Zukunft einer nachhaltigen Region anbringen.

Ergebnis: Fast ein Drittel der Wünsche betrafen direkt das Thema Mobilität: Ausbau der Radverbindungen und des ÖPNV etc., kurz: Förderung der sanften Mobilität, für die sich der ADFC einsetzt. Weitere Wünsche zielten in Richtung lebenswerter Städte, für können diese dann automatisch entstehen, da Fuß- und Radverkehr sowie Öffentlicher Nahverkehr schlicht weniger Platz brauchen, egal ob in der Bewegung oder als sogenannter ruhender Verkehr (parken).

Direkt auf vorgenommene Projekte angesprochen, ging hier Stadtratskandidatin Elke Koppatsch voran und versprach, sich für Kulturbusverbindungen einzusetzen, die die Menschen z.B. nach den Theaterveranstaltungen noch in die Orte der Umgebung bringen.

Obercunnersdorf ViaduktDer ADFC Zittau favorisiert klar eine Reaktivierung des Bahnverkehrs auf der sogenannten Herrnhuter Bahn zwischen Oberoderwitz und Obercunnersdorf bzw. Löbau anstelle der vom Landratsamt vorgesehenen Umnutzung zu einem Radweg.

Die Bahnstrecke hat viele Potentiale für den Personennah- und Güterverkehr und perspektivisch auch für den Fernverkehr.

Für den touristischen Verkehr gibt es bereits heute viele interessante Möglichkeiten, von denen wir eine zeigen, die entlang fünf imposanter Viadukte führt. Eine solche Route könnte also sofort ausgeschildert werden. Für den Alltagsverkehr hingegen sind solche Trassen im Allgemeinen ungeeignet, da sie – wie für Hauptbahnen üblich – ausschweifend trassiert sind.

Im Vergleich zum Busverkehr auf der Strecke von Zittau nach Löbau bietet eine Bahnverbindung attraktivere Angebote für die Mitnahme von Kinderwagen, Fahrrädern und Rollatoren und damit ein Plus für eine Region, in der Tourismus eines der wirtschaftlichen Standbeine ist und die gleichzeitig vor den Herausforderungen eines demographischen Wandels steht. Darüberhinaus strebt die Stadt Zittau eine Bewerbung als Kulturhauptstadt an und in Herrnhut schielt man auf einen Welterbetitel, eine angemessne Bahnverbindung ist also angezeigt.

Um es auf den Punkt zu bringen: Bahntrassenradwege können eine schöne touristische Infrastruktur bieten, jedoch ist diese Art der Nutzung kein Entsorgungsmodell für ungeliebte Bahnstrecken.

Aus diesem Anlass führt der ADFC Zittau eine Radtour durch, inklusive Erläuterungen von einem Verkehrsplaner zum Bahn- und Radverkehr in der Region und deren Möglichkeiten.

Für die Teilnahme an der Tour wird an diesem Tag kein Beitrag erhoben, eine Spende ist möglich.

Details zur Tour:

Start: 10:45 Uhr Bf. Oberoderwitz (alternativ 9:30 Zittau, Markt (Rolandbrunnen), ca. 15 km zusätzlich)
Ende: ca. 15:30 Uhr, Bf. Ebersbach, Überbrückung der Wartezeit im Café Spreeeck
Länge: ca. 30 km - auch für weniger geübte Radfahrer geeignet.
Pause/Einkehr: 12:00–13:00 Uhr Bf. Herrnhut (Nostalgia Privatim)
mögliche Anreise: 10:32 Uhr RB ab Zittau, 9:08 RE ab Dresden Hbf.
mögliche Abreise: 16:15 RE Ri. Zittau, 15:44 RE Ri. Dresden
Eventuell anfallende Kosten für Fahrten und Verpflegung sind von den Teilnehmern zu tragen.

Radtourenprogramm 2019Auch in diesem Jahr bietet der ADFC Zittau wieder ein abwechslungsreiches Programm an.

Neben unseren monatlichen Treffen zum Austausch über den Radverkehr in Zittau und Umgebung, die in der Regel am zweiten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Café Jolesch (Klieneberger Platz 1, Zittau).

Die erste geführte Ganztagestour in diesem Jahr wird eine verkehrspolitische Tour werden. Von Zittau bzw. Oderwitz geht es am 4. Mai entlang der Herrnhuter Bahn. Der ADFC Zittau unterstützt die Initiativen zur Wiederbelebung der Bahnstrecke, entlang der Strecke gibt es entsprechend verkehrsplanerische Erläuterungen zum Rad- und Bahnverkehr in der Region und deren Potentiale durch einen Verkehrsplaner. Politische Akteure entlang der Strecke sind explizit mit eingeladen.

Weitere Touren führen uns ins Isergebirge und zu den Spreequellen nach Ebersbach.

Einmal im Monat treffen wir uns auch dieses Jahr wieder zu einer Feierabendrunde, in der wir den Tag nach getaner Arbeit ausklingen lassen wollen.

Details, Abweichungen bei den regelmäßigen Terminen sowie kurzfristige Änderungen können unserem Terminkalender entnommen werden.

Unser Flyer wird an verschiedenen öffentlichen Stellen ausliegen. - Hier kann den ADFC übrigens auch niederschwellig unterstützen, indem Flyer an den Stellen auslegt, an denen man selbst vorbeikommt (z. B. beim Bäcker, Zahnarzt oder dem Gemeindeamt).

Download des Programms (PDF)

ostritz friedensfestUnsere letzte Radtour diese Saison führt uns erneut entlang der polnischen Grenze zum Friedensfest in Ostritz. Diese Radtour mit dem Motto "Radeln gegen Rechts" wird gemeinsam mit dem DGB Ostsachsen als Teil einer Gegenveranstaltung zur Neonazikundgebung "Schild uns Schwert" in Ostritz durchgeführt.

Sie fällt vom Anforderungsprofil her eher gemächlich aus, verläuft sie doch auf ebenem Terrain. Unser Radausflug führt uns auf der beliebten Oder-Neisse Radroute zunächst nach Hirschfelde. Sehr reizvoll ist dann die Etappe durch den herbstlich gefärbten Wald unmittelbar an der Neisse zum Klosterstift und Begegnungszentrum St. Marienthal.  Nur wenig weiter erreichen wir unser Tagesziel, die energie-ökologische Modellstadt Ostritz, wo wir das an diesem Wochenende stattfindende Friedensfest ansteuern (Hinfahrt ca. 25 km, angemeldet durch den DGB).

Nähere Infos dazu unter http://ostritzer-friedensfest.de.

In Ostritz vereinbaren wir, ob wir gemeinsam oder eigenständig zurück radeln. Es besteht auch die Möglichkeit, mit dem Zug nach Zittau zurückzukehren. In Ostritz wie auch bei unserer Heimkehr in Zittau bestehen Gelegenheiten zur Einkehr.

Treff: 3. November, 10 Uhr, Zittau, östlicher Markt (Rathauseingang)

Kontaktdaten: siehe Terminkalender (Ganztagstouren)

radfrei1Der Fahrradklimatest des ADFC hat begonnen. Alle Radfahrer sind dazu aufgerufen, die Fahrradfreundlichkeit von Städten und Gemeinden zu bewerten. Die bundesweite Umfrage hilft, Stärken und Schwächen der Radverkehrsförderung zu erkennen. In diesem Jahr ist das zusätzliche Schwerpunktthema des Fahrradklima-Tests die Familienfreundlichkeit des Radverkehrs.

Bei der Online-Umfrage werden 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt - beispielsweise, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern freigehalten werden und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt oder ob man das Rad unkompliziert im öffentlichen Nahverkehr mitnehmen kann. 2016 haben mehr als 120.000 Bürgerinnen und Bürger mitgemacht und die Situation in 539 Städten und Gemeinden beurteilt. In Sachsen waren 23 Städte dabei, davon sieben zum ersten mal.

An der Umfrage teilnehmen können alle, egal, ob sie jung oder alt sind, ob sie viel oder wenig Rad fahren, ob sie mit dem Rad zum Job oder lieber ins Grüne fahren – je vielfältiger die Teilnehmenden sind, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

Die Umfrage findet zwischen dem 1. September und dem 30. November 2018 über die Internetseite www.fahrradklima-test.de statt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach sechs Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

Die Teilnahme am Fahrradklima-Test lohnt sich! Auch in Sachsen hat die ADFC-Studie schon viel bewirkt. So haben aufgrund der Ergebnisse des Fahrradklima-Tests viele Städte ihre Radverkehrskonzepte runderneuert, in Bautzen, Kamenz und Pirna wurden Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet, nachdem diese Kategorie im Fahrradklima-Test schlecht bewertet worden war. Ungezählt sind weitere Beispiele, wo nach der Veröffentlichung der Studie ADFC, Rad-Initiativen, Planer, Stadtverwaltungen und Kommunalpolitiker miteinander ins Gespräch gekommen sind und gemeinsam nach Wegen zur Verbesserung des Fahrradklimas gesucht haben. - Die Ortsgruppe Zittau entstand ebenfalls im Zuge eines Fahrradklimatests.

Zum Fahrradklimatest

Pressemitteilung des Landesverbands zu den Ergebnissen in Sachsen 2017

zittau auessere weberstrAllenthalben machen Spekulationen über Stau und Verkehrschaos in Zittau die Runde. Ein Reporter der Sächsischen Zeitung machte die Probe aufs Exempel und teste die Fahrzeit durch Zittau. - Sowohl im Tagesverkehr als auch im "Berufsverkehr". Fazit: Im "Berufsverkehr" kommt man mit dem Kfz sogar schneller voran. Hier zeigt sich, welche Prioritäten bei der Verkehrsplanung gesetzt werden, während man sich mit dem Rad regelmäßig irgendwie durchwurschteln muss oder Radfahrer, die sich weniger sicher fühlen, für sich gar keine sicheren Verkehrsanlagen finden, da ein System aus Einbahnstraßen die für den Radverkehr nicht in Gegenrichtung freigegeben sind kurze Wege unmöglich machen.
Stadtrat Matthias Böhm setzte sich im Technischen Ausschuss beispielsweise für eine direkte Radverbindung zwischen Ring und Volkshaus bzw. Kronenkino ein, die wir natürlich unterstützen, der zuständige Dezernent aber ablehnte und ein Schieben des Rads empfahl. Angesichts von Straßenraumaufteilung zugunsten des motorisierten Individualverkehrs ein Hohn: Dresdner Straße und Äußere Weberstraße sind aufgrund der Einbahnstraßenregelung de facto eine vierstreifige Straße. Kein technisches Regelwerk sieht für die vorhandenen Belastungen eine Vierstreifigkeit vor. Bei der Aufweitung der Schrammstraße wird mit der Leichtigkeit des Verkehrs argumentiert. Fuß- und Radverkehr sind auch Verkehr!
Wenn eine Verkehrswende gelingen soll und wir angesichts des viel zitierten "demographischen Wandels" menschen möglichst lange Mobilität aus eigener Kraft ermöglichen wollen, kommen wir um ein Umdenken bei den Prioriäten nicht umhin.

Unser Bild zeigt eine solche gefühlte Zittauer "Rush hour" in der Äußeren Weberstraße.

Die Pressemitteilung von Matthias Böhm geben wir hier gern bekannt.